• 24 OKT 17

    Unsichtbare Nähte: Der Angelpunkt einer erfolgreichen Schönheitsoperation

    In der plastischen Chirurgie ist der Verschluss der Wunde genauso wichtig wie die gesamte Operation. Denn gerade die Narbe könnte den Verschönerungseffekt eines Eingriffs völlig vereiteln. Die Chirurgen bemühen sich deshalb, sie so unauffällig wie möglich zu platzieren.

    Moderne Technologien bieten den Chirurgen Nadeln mit langanhaltender Schärfe und hoher Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Verbiegen (manche sind sie sogar schwarz, damit sie im Operationsfeld, wo Blut durchsickert, gut sichtbar sind). Und das Nahtmaterial steht dem in nichts nach.

    Für manche Eingriffe werden so feine Fäden verwendet, dass sie nur unter dem Mikroskop gut sichtbar sind. Sie sind vom Produzenten meistens in der Nadel schon eingefädelt und bei den kleinsten Nadeln werden die Öffnungen mit Laser gemacht, damit der Übergang zwischen der Nadel und dem Nähfaden so flüssig und geschmeidig, wie möglich, ist.

     

    Die Wunde kann man auch zukleben

    Der Chirurg entscheidet sich beim Verschluss der Wunde je nach dem, welches Gewebe zu vernähen ist. Flächen, die mehr Zug aushalten müssen (wie zum Beispiel Bauchmuskeln nach Abdominoplastik) werden mit stärkeren Fäden verbunden, sonst aber werden sehr feine Fäden verwendet, die man auf den ersten Blick kaum sehen kann.

    Die Art des Eingriffes bestimmt auch, mit welcher Naht man nähen wird. Da die meisten nach der Operation nicht entfernt werden, verwendet man Fäden, die sich nach und nach auflösen (das ist beispielsweise der Fall bei einer Abdominoplastik).Manchmal werden beim Facelifting statt Nähten auch Klemmen benutzt, die nach der Operation wegfallen, so dass man sie nicht herauszunehmen braucht und die darüber hinaus keine typischen Spuren einer Naht hinterlassen. Das Ziel einer Sutur (chirurgische Verbindung von Gewebe mittels Nadel und Faden) ist immer ein positives ästhetisches Ergebnis.

    Völlig ohne Nähen kann man dann auskommen, wenn man zum Schließen der Wunde einen sog. Gewebekleber verwendet. Den gibt es in Form eines Sprays oder einer Flüssigkeit und basiert funktionell auf der Gerinnungsfunktion des Blutes. Das kann jedoch nicht immer angewendet werden.

     

    Keine Chance für Bakterien

    Damit die operierte Stelle gut heilt, darf sie nicht von Bakterien besiedelt werden. Gegen diese Gefahr schafft das Nähmaterial Vicryl Plus Abhilfe, das mit einer antibakteriell wirkenden Spezialbeschichtung überzogen ist. Dadurch können mindestens 48 Stunden keine Bakterien in die Wunde eindringen.

    Die gleiche Wirkung und zudem weitere Unterstützung bei der Wundheilung bietet auch die Nanotechnologie: Der Nähfaden ist mit Silbernanoteilchen bedeckt. Die Basis dieser neuartigen Technologie hat ihren Ursprung schon in der fernen Vergangenheit. Edelmetalle wurden schon in der Medizin des Altertums verwendet, weil sie eine Menge positiver Eigenschaften aufweisen und dabei für unseren Körper nicht gefährlich sind, da er diese selber abbauen kann.