• 13 NOV 19
    Mehr Operationsanfragen aufgrund bearbeiteter Fotos?

    Selfies kennen Sie mit Sicherheit: Man schießt ein Foto von sich selbst, bearbeitetet es und lädt es eventuell auf einer der bekannten social media Plattformen hoch. So weit, so problemlos – glauben Sie? Das ist es leider nicht.

    Denn es gibt neue Hinweise darauf, dass Selfies nicht so unproblematisch sind, wie man denkt. Gestützt wird das durch eine aktuelle Studie zu dem Thema. Da heißt es, dass es durchaus einen Zusammenhang zwischen dem verstärkten Bearbeiten der eigenen Fotos und dem steigenden Wunsch nach Schönheitsoperationen gibt. Die genauen Details und Hintergrunde zu der Studie – wir klären auf.

    Worum geht es bei Selfies und Co?

    Seit einigen Jahren gibt es moderne Smartphones, mit denen man sehr gute Fotos schießen kann. Die Qualität der Bilder ist fast schon wie beim Profi, da die Smartphones gute Software und sehr gute Kameras besitzen.

    Dazu kommt künstliche Intelligenz, die automatisch die besten Einstellungen wählt, um stets das beste Bild zu bekommen. Die Kameras besitzen zudem vorne am Gerät angebrachte Frontkameras, mit denen man sehr leicht Bilder von sich selbst schießen kann. Aus dem Englischen wurde dafür der Begriff Selfie eingebürgert. Man kann also jederzeit hochwertige Bilder von sich selbst schießen und sich entsprechend in Pose bringen.

    Wie funktioniert Bildbearbeitung?

    Die aufgenommenen Bilder sind natürlich nur eine Momentaufnahme mit allen Makeln, die für uns Menschen völlig normal und liebenswert sind. Nun bieten die Smartphones mit ihren leistungsfähigen Computern auch sogenannte Bildbearbeitungsprogramme an. Damit lassen sich die Bilder bearbeiten – und zwar professionell. Zum Beispiel kann man Filter über das Bild legen. Mit diesen Filtern lassen sich die Bilder optisch aufhübschen und Makel glätten.

    Neben diesen Apps gibt es auch leistungsfähige Bildbearbeitungsprogramme, mit denen Bilder noch stärker bearbeitet werden können. Dabei ist es möglich, Pickel, Muttermale und ähnliche Schönheitsmakel verschwinden zu lassen.

    Das ist noch nicht alles: Daneben ist es auch möglich, sich künstlich schlanker zu zaubern. Auch kann man in gewissem Maße zum Beispiel die Augenpartien oder die Nase anpassen und so die eigenen Gesichtszüge verändern. Dies wird solange gemacht, bis ein Bild entsteht, auf dem man sich selbst sehr gut gefällt.

    Was ist das Problem bei der Bildbearbeitung?

    Prinzipiell ist das Bearbeiten von Bildern eine feine Sache. Man kann kleine Ungenauigkeiten ausbessern und bekommt ein schönes und ansprechendes Bild von sich selbst.

    Problem ist immer dann, wenn das regelmäßige Verändern der eigenen Körpermerkmale zum Standard wird. Man ist per se mit dem eigenen Körper unzufrieden. Durch das Bearbeiten schafft man ein Bild von sich selbst, das nichts mit dem Blick in den Spiegel zu tun hat.

    Dies kann dazu führen, dass man nicht mehr glücklich damit ist, wie man „in der Realität“ aussieht. Letztendlich kann das sogar zu dem Wunsch führen, das eigene Aussehen zu verändern und an die bearbeiteten Bilder anzupassen. Wie ausgeprägt dieser Wunsch sein kann, hat nun eine aktuelle Studie gezeigt.

    Operationsanfragen wegen Bildbearbeitung: Was sagt die Studie?

    Bei der Studie wurden im Juni 2019 die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie e.V. (DGÄPC) befragt. Die Befragung ist zwar nicht repräsentativ, lieferte aber interessante Einblicke wie Selfies und co. Den Blick auf den eigenen Körper verändern.

    Die Ergebnisse der Studie

    59,1 Prozent der befragten Chirurgen gab bei der Befragung an, dass Sie bereits Patienten hatten, die aufgrund von bearbeiteten Bildern einen Operationswunsch äußerten. Die Patienten wollten ihr Aussehen also an die Bilder anpassen. Ungefähr 10 Prozent der Chirurgen gab an, dass das sogar sehr häufig in der Praxis vorkommt. Knapp 32 Prozent sagten, sie hätten damit noch keine Erfahrungen gemacht.

    Das Phänomen scheint vor allem junge Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren zu betreffen. Die Patienten kamen aus allen Regionen Deutschlands. Also sowohl aus großen Städten als auch vom Land.

    Insgesamt berichteten die Ärzte von einer Zunahme dieses Phänomens und äußerten die Vermutung, dass dieser Trend sogar noch weiter zunehmen wird. Die Menschen werden sich immer stärker von den bearbeiteten Bildern beeinflussen lassen und Ihr Selbstbild immer stärker daran ausrichten.