• 14 DEZ 17

    Medizinische Lösungen gegen Haarausfall

    Um was geht es dabei genau? Die Haartransplantation ist eigentlich ein Rekonstruktionseingriff, der nicht nur dann, wenn eine Frau oder ein Mann die schütteren Haare nicht akzeptieren will, sondern auch nach Unfällen oder bei Gesundheitsproblemen (diverse Krankheiten etc.) durchgeführt wird. Wenn die Notwendigkeit wie in den letztgenannten Gründen definiert ist, können die Kosten für den Eingriff auch von der Krankenkasse übernommen werden, falls es sich jedoch primär um ästhetische Gründe handelt, muss es der Patient selber bezahlen.

    Die Haartransplantation ist eine geeignete Methode vor allem für Personen mit einer Haargrenze, die rasch zurückweicht, mit weniger dichtem Haar, mit hellen Haaren, wo die Haut unter den Haaren sichtbar ist, oder für Männer mit seitlichem und hinterem Haarkranz.

    Wie verläuft die Transplantation? Zuerst wird ein Haarstreifen vom Hinterkopf (meistens Haarkranz) entnommen. Die Stelle, wo die Haare entnommen wurden, wird natürlich vernäht und fällt auf Grund der Deckhaare dann gar nicht auf. Es gibt auch noch einen weiteren Grund, warum die Haare hier entnommen werden – hier halten sie genetisch bedingt am längsten. Dann wird der Haarhautlappen sehr sorgfältig entweder in kleine Transplantate zerschnitten, die man Micrografts nennt und die nur 1 bis 2 Haarfollikel enthalten, oder in Minigrafts, die hingegen 3-5 Haarfollikel enthalten.

    Die implantierten Haare sind etwa 2 bis 3 cm lang, gerade so, dass sie sichtbar sind. Dann werden sie in vorher eingezeichnete Bereiche verpflanzt, wobei gilt, dass am Rande die einzelnen Follikel und je mehr man sich den verbleibenden Haaren nähert, auch Transplantate mit mehreren – jedoch nie mehr als drei – Follikel eingesetzt werden. Falls diese Regel nicht beachtet wird, schaut das Ergebnis sehr unnatürlich aus. Nach erfolgtem Eingriff wird zum Schutz der Kopf mit einem Tuch leicht luftig bedeckt. Es bilden sich kleine Krusten, die sich dann von selber lösen. Der Patient kann meistens am gleichen Tag nach Hause gehen, es handelt sich also um einen ambulanten Eingriff, trotzdem mit langanhaltendem Effekt.

    Der Eingriff ist nicht schmerzhaft, als unangenehm kann höchstens die Lokalanästhesie und deren Länge, die je nach Größe der behandelten Region 2 bis 8 Stunden dauern kann, empfunden werden. Es werden abschwellende und entzündungshemmende Medikamente verabreicht.

    Was bedeutet bei einer Haartransplantation „erfolgreich“?

    Nach der Abheilungsphase wird die Transplantation dann als erfolgreich bezeichnet, wenn ca. 70 Prozent der Follikel dauerhaft bleiben. Bei den Frauen ist die Erfolgsrate leider niedriger, oft auch sehr limitiert, da bei Frauen der Haarausfall meistens den gesamten Kopf betrifft.

    Die Pflege der „neuen“ Haare ist einfach: zwei Tage nach dem Eingriff sollen die Haare regelmäßig und oft abgeduscht werden. Lauwarmes Wasser entfernt Schmutz und die Rekonvaleszenz verkürzt sich dadurch. Die neuen Haare können auch nach der Abheilung ausfallen, wachsen jedoch wieder bald und vor allem kontinuierlich nach.